Kann ich mein Kind verwöhnen, wenn ich zu sehr darauf eingehe?

Haben Sie keine Angst vor dem Verwöhnen! Man kann ein Kind nicht verwöhnen, indem man seine Bedürfnisse entwicklungs­gerecht erfüllt. Wenn Sie Ihr Baby trösten, weil es weint oder wenn Sie ihm irgendeine Form von Zuwendung geben, wird Ihr Kind dadurch nicht verwöhnt.

Erfüllte Bedürfnisse führen nicht zu einem verzogenen Kind, sondern sie machen zufrieden, stark und selbstständig. Gerade Säuglinge und Kleinkinder brauchen die unmittelbare Nähe und intensive Fürsorge ihrer Eltern – auch nachts. Diese Grundbedürfnisse müssen erfüllt werden, damit unsere Kinder sich sicher fühlen und sich auf diese Weise ohne den negativen Einfluss von Stress und Angst entwickeln können.

Verwöhnen bedeutet dagegen, die Bedürfnisse des Kindes zu missachten und die eigenen Bedürfnisse an dem Kind zu befriedigen. Indem man zum Beispiel das Kind mit Spielsachen überhäuft, anstatt sein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ausreichend zu erfüllen. Vielleicht, um das eigene Gewissen zu beruhigen, weil man den ganzen Tag arbeiten muss und nicht für sein Kind da sein kann. Oder indem man seinem dreijährigen Kind jeden spontanen Wunsch erfüllt, weil man die Auseinandersetzung vermeiden möchte und Ruhe will. Das echte Bedürfnis des Kindes ist dagegen wahrscheinlich einfach ein Stück echte Aufmerksamkeit der Eltern.

Die Angst vor dem Verwöhnen geht auch meistens einher mit der Angst vor Gewohnheiten, die ein Kind nie wieder los wird. Auch diese Angst ist unbegründet und Sie sollte Sie nicht zu „Erziehungsmaßnahmen“ verleiten, die in der Regel nicht altersgerecht sind und Ihnen und Ihrem Kind das Leben schwer machen. Zum Beispiel sollten Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihr Kind sein Leben lang nur an Ihrer Brust einschlafen kann, wenn Sie Ihr Baby an Ihrer Brust einschlafen lassen. Auch wenn das Einschlafen an der Brust zu einer Gewohnheit geworden ist, kann ich Ihnen versichern, dass Ihr Kind diese Gewohnheit bei Zeiten auch wieder ablegen wird.

Bei kleinen Kindern ist es zudem schwierig und im Grunde auch unsinnig, zwischen Bedürfnissen und Gewohnheiten zu unterscheiden. Wenn Sie die Bedürfnisse Ihres Babys befriedigen, wird es sich in der Regel daran gewöhnen – und das ist auch gut so. Gewöhnen heißt ja nichts anderes, als dass Ihr Baby einen bestimmten Ablauf, ein bestimmtes Ereignis lieb gewonnen hat, das seine Bedürfnisse erfüllt. Das Baby möchte diese Zuwendung daher wieder erleben und geht auch zu Recht davon aus, diese wieder erleben zu dürfen. Die Bedürfnisse Ihres Kindes ändern sich mit zunehmendem Alter und auf diese Weise ändern sich dann auch die Gewohnheiten wieder.

Aus dem eBook  “Babyschlaf: Die Irrtümer und ihre Folgen”.

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